Artikel-Schlagworte: „AGB“

LG Berlin, Urteil vom 6. März 2012, Az.: 16 O 551/10 (Auszug Teil I: Registrierungsprozess)

I. Die Beklagte wird verurteilt, es bei Vermeidung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 €, ersatzweise Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, letztere zu vollstrecken an ihren Vorständen,

zu unterlassen,

im Rahmen geschäftlicher Handlungen gegenüber Verbrauchern mit einem Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland

  1. Mitteilungen wie die aus Anlage Antrag 1 ersichtliche zu versenden und/oder versenden zu lassen, wenn die kontaktierten Verbraucher nicht zuvor eine Einwilligung in die Nutzung der E-Mail Adresse erteilt haben;
  2. Mitteilungen wie die aus Anlage Antrag 2 ersichtliche zu versenden und/oder versenden zu lassen, wenn die kontaktierten Verbraucher nicht zuvor eine Einwilligung in die Nutzung der E-Mail Adresse erteilt haben;
  3. im Rahmen des Registrierungsprozesses auf der Internetseite mit der Adresse www.facebook.de/com dem Verbraucher die Möglichkeit einzuräumen, durch Betätigen eines Textfeldes „Freunde finden“ (wie aus dem als Anlage Antrag 3 beigefügten Bildschirmausdruck ersichtlich) Kontaktdaten, insbesondere E-Mail Adressen aus einer bestehenden Adressdatei in den Datenbestand bei Facebook zu importieren und im Registrierungsprozess auf die Tatsache, dass mit diesem Import das Generieren von Freundschaftsvorschlägen für die registrierende Person sowie die Kontaktpersonen verbunden ist nur dadurch hinzuweisen, dass bei Betätigen des Links „Dein Passwort Wird von Facebook nicht gespeichert“ (ersichtlich aus Anlage Antrag 3) ein Popupfenster wie aus dem Bildschirmausdruck der Anlage Antrag 4 ersichtlich geöffnet wird.
    (… es folgt Teil II mit zu den AGB von Facebook und zahlreichen Einzelklauseln …)

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Der BGH (Urteil vom 17.02.2011; Az.: III ZR 35/10) hat die Anwendung des Kundenschutzes für Festnetz-Anschlüsse auf eine Mobil-Telefon-Anschluss (Handy) angewendet. Nach dem Urteil des BGH dürfen auch Handy-Anschlüsse erst ab 75,-EUR fälliger und unbezahlter Forderung gesperrt werden. Der BGH gab damit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen Recht, der im Wege der Verbandsklage gegen einen Anbieter vorgegangen war. Er hatte gegen Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) der Telekom und ihrer Tochterfirma congstar geklagt, die eine Sperrung bereits ab einer offenen Forderung von 15,50 Euro vorsahen.

Handy-Sperrung als Druckmittel

Mobilfunkanbieter dürfen daher die Sperrung nicht mehr als Druckmittel bei kleineren offenen Beträgen einsetzen. Ebenso übertragbar sei der Grundsatz, dass die Anbieter ihre Kunden warnen müssen, bevor sie das Handy vom Netz nehmen.

Anm. RA Exner: Das Problem ist in der Praxis die Rechtsdurchsetzung der „kleinen Beträge“ im Telekommunikations-Bereich bei den Amtsgerichten. Die Streitigkeiten, die der Kanzlei Exner vorliegen, stammen aus dem Bereich der bestrittenen Forderungen von Mehrwertdiensten oder Abzügen wegen Unerreichbarkeit bzw. Störungen (Mängel der Dienstleistung):

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Zahlreiche Klauseln in IT-Verträgen unter Kaufleuten sind juristisch Allgemeine Geschäftsbedingungen. Dies gilt z.B. für

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BGH, Urteil vom 11. September 2008 – I ZR 74/06 – WM, EM und Bundesligatickets wurden und werden zum Teil online mit erheblichen Gewinnen weiter verkauft. Kein Wunder, dass der Bundesligaverein HSV den Weiterverkauf untersagen wollte. Dies hatte er zunächst in die AGB beim Ticketverkauf geschrieben. Dennoch konnten Karten auch über bundesligakarten.de erworben werden. Nach dem Zug durch die Instanzen war nun der BGH gefragt. Der hat abgewogen: Wer privat die Karte gekauft hat und dann wegen Krankheit, Terminen oder anderen Gründen nicht zum Spiel kann, der darf seine Karte(n) verkaufen. Wer dagegen gleich mehrere Karten einkauft – wie z. B. einige Online-Ticketverkäufer – um sie dann gewinnbringend weiter zu verkaufen, dem kann der HSV ein solches Treiben künftig untersagen.

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Die Preisanpassungsklauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines großen TK-Anbieters, das seinen Kunden den Zugang zum Internet verschafft und hiermit zusammenhängende Produkte (z.B.: DSL-Splitter, DSL-Modems, WLAN-Router) verkauft, benachteiligen die Kunden entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen.

Die folgenden Klauseln sind unwirksam. Diesen Beitrag weiterlesen »